Weiterentwicklungen für WiMAX immer unwahrscheinlicher
Die Entwicklung von WiMAX, der einstigen Hoffnung unter den Funktechnologien, gerät trotz hoher Übertragungsleistung immer weiter in Stocken. Andere Netzwerksysteme sind preisfreundlicher in der Installation und Wartung.
WiMax steht für "Worldwide Interoperability for Microwave Access" und bezeichnete ursprünglich ein Forum, das von Herstellern drahtloser Netzwerksysteme und Funktechnologien im Juni 2001 gegründet wurde. Heutzutage wird der Name jedoch auch als Synonym für Funk-Netzwerksysteme nach dem sogenannten "IEEE-Standard 802.16" verwendet. WiMAX steht für hohe Übertragungsraten und kurze Latenzzeiten. Mit dem System ist es möglich, bestimmte Datenpakete bevorzugt zu behandeln, sodass diese besser übertragen werden. Das steigert die Qualität von Funk- und Videoübertragung. Die Basisstation erkennt anhand der erhöhten Priorität der Pakete, dass diese schnell und vollständig gesendet werden müssen, und entscheidet bei Engpässen, dass unwichtigere Pakete warten müssen.
WiMAX bietet gegenüber dem normalen WLAN einige Vorteile im Bereich der Übertragungsleistung. Die maximal mögliche Geschwindigkeit liegt bei 4,5 Mbit/Sekunde bei einer Entfernung über 15 km, wenn eine direkte Sichtverbindung zwischen der Basisstation und dem Empfänger besteht. 20 MBit/Sekunde auf einer Distanz von 600 Metern sollen in städtischen Gebieten durch systematisch aufgestellte Funkstationen erreicht werden können. Zum Vergleich: WLAN schafft bei direktem Sichtkontakt von Empfänger und Sender bei einer Entfernung von 100 m ca. 54 Mbit/Sekunde. Das neue System würde man also flächendeckender als WLAN einsetzten können. Bis dies jedoch möglich ist, müssten hohe Millionenbeträge in die Installation der Antennen investiert werden. Hierfür sind schon entsprechende Verträge bis 2020 unterschrieben worden.
Die Umsetzung wird jedoch schwieriger als erwartet, da das Interesse an der Technologie für den Privatbereich noch wachsen muss. Der nötige Umstellungsaufwand verhindert das. Das Befestigen von Antennen an Tausenden von Stadthäusern, die allesamt Sichtkontakt zu einem Zentralen Empfänger (z. B. einem Fernsehturm) haben müssen, lohnt sich nicht. Die fallenden DSL-Preise wirken dem Erfolg ebenfalls entgegen. Dazu kommt die Absage des größten Herstellers für Netzwerksysteme. Dieser entwickelt seit März 2010 keine weitere Hardware für das einst vielversprechende System.